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Chemikalien in der Schwangerschaft: Was du als werdende Mutter darüber wissen solltest

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien durchgeführt, die das Nabelschnurblut nach der Geburt des frisch geborenen Babys auf Chemikalien untersuchen. (1) Erschreckenderweise wurden in dem allergrößten Teil der Blutproben schädliche Substanzen gefunden. (2) Es ist also heute klar, dass die Plazenta nicht alle schädlichen Substanzen vom sich entwickelnden Baby abhalten kann. Das heißt, dass dein Baby bereits vor dem ersten Atemzug mit Chemikalien in Kontakt gekommen ist. In diesem Artikel erfährst du, wo sich üblicherweise schädliche Chemikalien verbergen und wie du dich und dein Baby vor ihnen schützen kannst.


Emulsion unter dem Mikroskop

Was sind Chemikalien im Nabelschnurblut?

Chemikalien im Nabelschnurblut sind Substanzen, die im Blut deines Babys gefunden werden können, wenn es noch im Mutterleib ist. Es gibt verschiedene Arten von Chemikalien, denen wir regelmäßig ausgesetzt sind.

Zu diesen Chemikalien zählen u.a.:

  • Phthalate,

  • Bisphenole (wie Bisphenol A (BPA)

  • Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAs)

  • Pestizide,

  • Medikamente

  • Etc.

Wie kommen die Chemikalien ins Nabelschnurblut?

Diese Chemikalien können auf verschiedene Weise in unseren Körperkreislauf gelangen. Das grundlegende Problem dabei ist, dass wir diesen Chemikalien täglich ausgesetzt werden und oft “keine Wahl” haben, da wir sie z.B. unbewusst einatmen. Unter anderem gelangen Chemikalien wie folgt in unseren Körper:

  • Umweltverschmutzung: Luft- und Wasserverschmutzung kann eine Quelle für Chemikalien sein, die in den Körper gelangen und sich im Nabelschnurblut ansammeln.

  • Ernährung: Die Nahrung, die du während der Schwangerschaft zu dir nimmst, kann ebenfalls Chemikalien enthalten. Pestizide und Schwermetalle in Lebensmitteln können über die Plazenta in den fetalen Kreislauf gelangen.

  • Alltagsprodukte: Viele alltägliche Produkte wie Reinigungsmittel, Kosmetika und Kunststoffe enthalten Chemikalien, die in den Körper gelangen können.

  • Medikamente: Wenn du während der Schwangerschaft Medikamente einnimmst, können diese ebenfalls Spuren von Chemikalien im Nabelschnurblut hinterlassen.

  • Fast Food Verpackungen: Diese sind oft mit Plastik beschichtet, was dann über das Essen in unseren Körper gelangt.

  • Möbel und Kleidung: Auch Möbel, Kleidung oder elektronische Geräte enthalten Chemikalien, die wir dann beispielsweise über unsere Haut absorbieren.


Warum sollte man Chemikalien während der Schwangerschaft meiden?

Diese Chemikalien wurden bereits in zahlreichen Studien in der Bevölkerung untersucht, wo sich gezeigt hat, dass diese zu Krebs, Schilddrüsenstörungen, metabolischen Störungen und beispielsweise einer Veränderung der Reproduktionsorgane führen können. (3, 4)

Die Präsenz von Chemikalien im Nabelschnurblut sollte demnach möglichst vermieden werden, da einige dieser Substanzen potenziell schädlich für die Gesundheit des Babys sein können. Chemikalien können die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems beeinträchtigen, das Hormonsystem stören und sogar das Risiko von Geburtsfehlern erhöhen. (5) Obwohl die Konzentration dieser Chemikalien oft gering ist, kann ihre Wirkung auf die empfindliche Entwicklung eines Neugeborenen erheblich sein.


Werden Chemikalien im Körper wieder abgebaut?

Ja und Nein. Der Körper hat verschiedene Mechanismen, um bestimmte Chemikalien aus dem Blut zu entfernen und sie auf verschiedene Weisen wieder auszuscheiden. Dies hängt jedoch von der Art der Chemikalien ab, die im Blutkreislauf zirkulieren. Der Körper kann manche Chemikalien in der Leber metabolisieren und auch über den Urin und den Stuhl ausscheiden. Dennoch gibt es Chemikalien, die nicht mehr richtig ausgeschieden werden können, sich im Gewebe ansammeln und zu toxischen Problemen führen. Zu diesen Chemikalien gehören beispielsweise die sogenannten “forever chemicals” oder "ewige Chemikalien". Der Begriff lässt nichts Gutes vermuten - und so ist es leider auch. Diese Chemikalien sind sehr stabil und langlebig.

Aus diesem Grund solltest du als werdende Mutter deiner Exposition gegenüber schädlichen Chemikalien wenn immer möglich meiden. Der sichere Umgang mit Chemikalien in Industrie, Landwirtschaft und Haushalten ist wichtig.


Wie kannst du dich und dein Baby schützen?

  • Ernährung: Achte auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an Obst, Gemüse und biologischen Lebensmitteln ist. Bio-Lebensmittel enthalten in der Regel weniger Pestizide und Chemikalien.

  • Vermeide schädliche Substanzen: Versuche, den Kontakt mit schädlichen Chemikalien in deinem Zuhause zu minimieren. Verwende umweltfreundliche Reinigungsmittel, reduziere den Einsatz von Kunststoffprodukten und achte auf die Inhaltsstoffe in Kosmetika. Außerdem solltest du kein Wasser aus Plastikflaschen trinken. Es kann auch ratsam sein, dein Trinkwasser auf seine Qualität überprüfen zu lassen. Dazu gibt es praktische Tests zu kaufen, die man selber durchführen kann.

  • Medikamente: Besprich alle Medikamente, die du während der Schwangerschaft einnehmen musst, mit deinem Arzt. Nur so kannst du sicherstellen, dass sie sicher für dein ungeborenes Kind sind.

  • Rauchen und Alkohol: Vermeide das Rauchen und den Konsum von Alkohol, da beides schädliche Auswirkungen auf die Entwicklung deines Babys haben kann.

  • Luftqualität: Versuche, in einer Umgebung mit guter Luftqualität zu leben und viel an die frische Luft zu gehen. Dies kann auch bedeuten, generell Orte mit hoher Luftverschmutzung zu vermeiden.

  • Informationen sammeln: Informiere dich über die Produkte, die du verwendest, und recherchiere, welche Chemikalien sie enthalten könnten. Fange an, Etiketten zu lesen. Bildung und Bewusstsein sind der Schlüssel, um die Exposition gegenüber schädlichen Chemikalien zu minimieren.


Insgesamt ist es wichtig zu beachten, dass es unmöglich ist, jede Exposition gegenüber Chemikalien vollständig zu verhindern. Dennoch kannst du als werdende Mutter Maßnahmen ergreifen, um das Risiko für dein Baby zu minimieren. Wenn du besorgt bist oder weitere Fragen hast, solltest du immer deinen Arzt oder deine Hebamme um Rat fragen. Deine Gesundheit und die Gesundheit deines Babys stehen an erster Stelle, und du hast die Fähigkeiten, diese kostbare Zeit in deinem Leben so sicher wie möglich zu gestalten.



Quellen:

  1. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37466315/

  2. https://www.ewg.org/news-insights/news/2022/09/pregnant-pfas-threat-forever-chemicals-cord-blood

  3. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S2213858720301297

  4. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S030372072300182X?via%3Dihub

  5. https://ehp.niehs.nih.gov/doi/10.1289/ehp.1002727

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