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Kaffee in der Schwangerschaft: Wie viel am Tag, Cappuccino und koffeinfreie Alternativen

Aktualisiert: 26. Okt.

Das Wichtigste zuerst: Kaffee in der Schwangerschaft ist erlaubt, aber in Maßen. Bis zu 200 mg Koffein am Tag gelten als unbedenklich für dein Baby. Das sind etwa zwei Tassen Filterkaffee oder zwei Espresso. Dabei zählt alles Koffein zusammen, also auch aus Tee, Cola und Schokolade. Weniger ist noch besser. Koffeinfreier Kaffee und Getreidekaffee sind gute Alternativen.


Für viele gehört der Kaffee am Morgen einfach dazu. Hier liest du, wie viele Tassen okay sind, wie viel Koffein in Cappuccino, Espresso, Tee und Cola steckt, was Studien zeigen und was du stattdessen trinken kannst.


Gliederung:



Wie viel Kaffee darf ich in der Schwangerschaft trinken?


Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sich viele Studien zu Koffein angeschaut. Ihr Ergebnis: Bis zu 200 mg Koffein am Tag sind in der Schwangerschaft unbedenklich für dein Baby [1]. Auch die amerikanische Fachgesellschaft der Frauenärztinnen und Frauenärzte (ACOG) nennt diese Grenze [2].


Schwangere sollten höchstens 200 mg Koffein pro Tag aufnehmen. Das entspricht etwa zwei Tassen Filterkaffee (je 200 ml).


Wichtig: 200 mg sind eine Obergrenze, kein Ziel. Du musst sie nicht ausschöpfen. Warum weniger besser ist, liest du weiter unten.


Wie viel Koffein steckt in Kaffee, Tee und Cola?


So viel Koffein steckt im Durchschnitt in typischen Getränken [7]:


Getränk

Menge

Koffein (ca.)

Filterkaffee

1 Tasse (200 ml)

90 mg

Espresso

60 ml

80 mg

Schwarzer Tee

1 Tasse (250 ml)

55 mg

Cola

1 Dose (355 ml)

37 mg

Energydrink

1 Dose (250 ml)

80 mg


Das sind Durchschnittswerte. Wie viel Koffein wirklich in deiner Tasse ist, hängt von der Bohne, der Zubereitung und der Größe der Tasse ab. Ein großer Becher aus dem Coffeeshop kann deutlich mehr enthalten.


So kannst du rechnen: Ein Filterkaffee am Morgen (90 mg) und ein Espresso nach dem Mittagessen (80 mg) ergeben 170 mg. Trinkst du am Nachmittag noch eine Dose Cola (37 mg), bist du schon über 200 mg. Auch grüner Tee, Matcha, Mate, Kakao und Schokolade enthalten Koffein und zählen mit.


Cappuccino und Latte macchiato: Haben Milchkaffees weniger Koffein?

Nein. Die Milch macht den Kaffee milder, aber nicht ärmer an Koffein. Entscheidend ist nur, wie viel Espresso drin ist. Ein großer Latte mit zwei Espresso hat doppelt so viel Koffein wie einer mit einem. Im Café kannst du einfach fragen, wie viele „Shots“ im Getränk sind.


Warum ist weniger Koffein in der Schwangerschaft sinnvoll?


Koffein kommt über die Plazenta, also den Mutterkuchen, auch bei deinem Baby an. Außerdem baut dein Körper Koffein in der Schwangerschaft langsamer ab. Das liegt an den Schwangerschaftshormonen: Sie bremsen ein Enzym in der Leber, das Koffein abbaut. Gegen Ende der Schwangerschaft dauert der Abbau drei- bis viermal so lange wie sonst [1]. Die gleiche Tasse Kaffee wirkt also viel länger.


Koffein und Geburtsgewicht

Die wichtigsten Erkenntnisse kommen aus einer sehr großen Studie aus Norwegen. Dort wurden über 59.000 Schwangere gefragt, wie viel Koffein sie zu sich nehmen. Das Ergebnis: Je mehr Koffein, desto etwas leichter waren die Babys bei der Geburt. Etwa eine Tasse Kaffee mehr am Tag machte im Schnitt 21 bis 28 Gramm aus. Das ist ungefähr so viel wie eine Scheibe Käse, also wenig. Bei 200 bis 300 mg Koffein am Tag waren die Babys außerdem häufiger kleiner, als es für ihre Schwangerschaftswoche zu erwarten war. Eine Menge, bei der Koffein ganz sicher keine Rolle spielt, haben die Forschenden nicht gefunden [3].


Eine zweite große Studie aus den USA mit rund 2.000 Schwangeren hat das Koffein direkt im Blut gemessen, statt nur nachzufragen. Auch hier waren die Babys der Frauen mit dem meisten Koffein im Blut etwas kleiner als die Babys der Frauen mit dem wenigsten: im Schnitt 84 Gramm leichter und knapp einen halben Zentimeter kürzer. Das zeigte sich auch schon bei Mengen deutlich unter 200 mg am Tag [4].


Wichtig: Diese Studien zeigen nur, dass mehr Koffein und ein etwas kleineres Baby oft zusammen vorkommen. Ob das Koffein wirklich die Ursache ist, ist nicht bewiesen. Und die Unterschiede sind klein. Deshalb gilt: Weniger Koffein ist sinnvoll, aber wegen einer Tasse Kaffee musst du dir keine Sorgen machen.


Koffein und Frühgeburt

Bei Frühgeburten sieht es anders aus. Eine große Auswertung vieler Studien aus dem Jahr 2010 fand keinen nennenswerten Zusammenhang zwischen Koffein und Frühgeburten [5]. Auch in der Studie aus Norwegen kamen Babys nicht häufiger zu früh, wenn ihre Mütter mehr Kaffee tranken [3].


Cola und Energydrinks zählen mit


Auch Cola enthält Koffein, sogar die zuckerfreien Sorten. Coca-Cola und Coca-Cola Zero haben laut Hersteller je etwa 24 mg Koffein pro Glas (250 ml) [9]. Das ist viel weniger als Kaffee, kann sich über den Tag aber summieren. Wie viel Cola okay ist und was in Craft-Colas steckt, liest du in unserem Artikel Cola in der Schwangerschaft.


Energydrinks haben pro Dose (250 ml) etwa 80 mg Koffein, also ungefähr so viel wie ein Espresso [7].


Koffeinfreier Kaffee in der Schwangerschaft


Koffeinfreier Kaffee darf nur so heißen, wenn höchstens 0,1 Prozent Koffein drin sind. In einer Tasse (150 ml) sind damit nur etwa 1 bis 5 mg Koffein. In normalem Kaffee sind es 60 bis 180 mg [8].


Eine Tasse entkoffeinierter Kaffee enthält nur etwa 1 bis 5 mg Koffein. Auch mehrere Tassen am Tag bleiben damit weit unter der Grenze von 200 mg.


Wie wird Kaffee entkoffeiniert? Entweder mit Wasser, mit Kohlendioxid (CO2) oder mit Lösungsmitteln wie Dichlormethan oder Ethylacetat. Für Reste von Dichlormethan gibt es einen gesetzlichen Höchstwert von 2 mg pro Kilogramm Kaffee [8]. Wenn du lieber ohne Lösungsmittel möchtest: Bio-Kaffee darf nicht mit chemischen Lösungsmitteln entkoffeiniert werden. Viele Hersteller schreiben das Verfahren auch auf die Packung, zum Beispiel „Swiss Water“ oder „CO2-Verfahren“.


Weitere koffeinfreie Alternativen


  • Getreidekaffee: aus gerösteter Gerste, Roggen, Malz oder Zichorie. Ohne Koffein und im Geschmack am nächsten dran an Kaffee.

  • Rooibos: von Natur aus ohne Koffein.

  • Kräutertee: oft eine gute Wahl. Aber nicht jede Heilpflanze ist in der Schwangerschaft unbedenklich. Mehr dazu in unserem Artikel Arzneipflanzen in der Schwangerschaft.

  • Wasser mit Zitrone, Ingwer oder Beeren: Ideen findest du in unseren Tipps für Flavoured Water.

  • Kakao: enthält etwas Koffein und zählt deshalb mit.


Kaffee in der Stillzeit


Auch beim Stillen gelten laut EFSA bis zu 200 mg Koffein am Tag als unbedenklich [1]. Ein kleiner Teil des Koffeins geht in die Muttermilch. Bei dieser Menge bekommt dein Baby aber höchstens 0,3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht ab. Mehr dazu liest du in unserem Artikel Stillen und Kaffee.


Fazit


Kaffee ist in der Schwangerschaft nicht verboten. Bis zu 200 mg Koffein am Tag, also etwa zwei Tassen Filterkaffee, gelten als unbedenklich. Rechne dabei alles mit, was Koffein enthält. Studien zeigen: Weniger Koffein hängt mit einem etwas höheren Geburtsgewicht zusammen, auch unterhalb dieser Grenze. Bewiesen ist aber nicht, dass das Koffein die Ursache ist. Wenn du weniger trinken möchtest, sind koffeinfreier Kaffee und Getreidekaffee die einfachsten Alternativen.


Häufige Fragen zu Kaffee in der Schwangerschaft


Wie viele Tassen Kaffee darf ich in der Schwangerschaft trinken?

Etwa zwei Tassen Filterkaffee (je 200 ml) am Tag. In einer Tasse sind im Schnitt rund 90 mg Koffein. Die Grenze liegt bei 200 mg am Tag, alle Getränke zusammen.


Darf ich in der Schwangerschaft Cappuccino trinken?

Ja. Ein Cappuccino hat so viel Koffein wie der Espresso darin, im Schnitt rund 80 mg. Die Milch ändert daran nichts.


Wie viel Espresso darf ich in der Schwangerschaft trinken?

Zwei Espresso am Tag (je rund 80 mg Koffein) liegen unter der Grenze von 200 mg, wenn du sonst kein Koffein zu dir nimmst. Tee, Cola und Schokolade zählen mit.


Ist koffeinfreier Kaffee in der Schwangerschaft unbedenklich?

Ja. In einer Tasse koffeinfreiem Kaffee sind nur etwa 1 bis 5 mg Koffein. Wenn du Lösungsmittel vermeiden möchtest, nimm Bio-Kaffee oder Kaffee, der mit Wasser oder CO2 entkoffeiniert wurde.


Ist Getreidekaffee eine gute Alternative?

Ja. Getreidekaffee aus Gerste, Roggen, Malz oder Zichorie hat kein Koffein und schmeckt Kaffee am ähnlichsten.


Darf ich in der Stillzeit Kaffee trinken?

Ja. Auch beim Stillen gelten laut EFSA bis zu 200 mg Koffein am Tag als unbedenklich für dein Baby.


Quellen


  1. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific Opinion on the safety of caffeine. EFSA Journal. 2015;13(5):4102.

  2. ACOG Committee Opinion No. 462: Moderate caffeine consumption during pregnancy. Obstet Gynecol. 2010;116(2 Pt 1):467–468.

  3. Sengpiel V, et al. Maternal caffeine intake during pregnancy is associated with birth weight but not with gestational length: results from a large prospective observational cohort study. BMC Med. 2013;11:42.

  4. Gleason JL, et al. Association Between Maternal Caffeine Consumption and Metabolism and Neonatal Anthropometry: A Secondary Analysis of the NICHD Fetal Growth Studies–Singletons. JAMA Netw Open. 2021;4(3):e213238.

  5. Maslova E, et al. Caffeine consumption during pregnancy and risk of preterm birth: a meta-analysis. Am J Clin Nutr. 2010;92(5):1120–1132.

  6. Chen LW, et al. Maternal caffeine intake during pregnancy is associated with risk of low birth weight: a systematic review and dose-response meta-analysis. BMC Med. 2014;12:174.

  7. EUFIC. Is caffeine good or bad for pregnancy and breastfeeding? eufic.org

  8. AOK Gesundheitsmagazin. Darum sollten Sie bei entkoffeiniertem Kaffee aufpassen. aok.de

  9. The Coca-Cola Company. Quanta caffeina contiene una lattina di Coca-Cola? coca-cola.com (FAQ, Italien)


Autorenprofil


Katharina Kaiser

Katharina Kaiser

Ernährungswissenschaftlerin B.Sc. und zweifache Mama. Meine Mission ist es, Dir alles beizubringen, was Du über Ernährung in der Schwangerschaft, Stillzeit und mit Kinderwunsch wissen musst. Denn die richtige Ernährung kann in diesen Lebensphasen viel bewirken, und vieles davon ist gut erforscht. Dafür lese ich täglich nerdige Studien und übersetze mein Wissen in einfach verständliche Blog-Artikel und konkrete Tipps für Dich. Wir von Youna Life freuen uns darauf, Dich auf deiner Reise zum Mama-Sein begleiten zu können.


Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu deiner persönlichen Situation wende dich an deine Frauenärztin, deinen Frauenarzt oder deine Hebamme.

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