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Jod in der Schwangerschaft

Studien zeigen, dass die meisten Schwangeren in Europa  einen Jodmangel haben, dennoch nehmen nur 50% ein Nahrungsergänzungsmittel mit Jod ein. (1) Da Jod jedoch entscheidend für die geistige und körperliche Entwicklung des Babys ist, sollte ein Jodmangel unbedingt vermieden werden. Wir erklären dir in diesem Artikel alles, was du über Jod in der Schwangerschaft wissen musst und geben dir konkrete Tipps, wie du während der Schwangerschaft ausreichend Jod aufnimmst.



Jodsalz


Warum brauche ich Jod in der Schwangerschaft?

Im Allgemeinen ist Jod ein Bestandteil unserer Schilddrüsenhormone. Schilddrüsenhormone regulieren wichtige Stoffwechselvorgänge und sind auch beim sich entwickelnden Kind während der Schwangerschaft für das Wachstum und die gesunde Entwicklung von Nervensystem, inneren Organen und Muskulatur notwendig.

Unser Körper kann Jod nicht selbst herstellen, daher muss Jod über die Nahrung aufgenommen werden. Ein Mangel an Jod kann zu schwerwiegenden Entwicklungsstörungen beim Kind führen. Dazu zählen körperliche Beeinträchtigungen, als auch eine verminderte kognitive Leistungsfähigkeit (IQ) des Kindes. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass bereits durch einen leichten bis mittelschweren Jodmangel beim Baby das Risiko für eine verminderte kognitive Leistungsfähigkeit steigt. (2)


Wieviel Jod brauche ich in der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft steigt der Jodbedarf auf 230 µg / Tag an. Während der Stillzeit, erhöht sich der Bedarf nochmals auf insgesamt 260 µg Jod / Tag. 


Welche Lebensmittel enthalten viel Jod?

Du solltest während der Schwangerschaft auf den Verzehr von jodreichen Lebensmitteln achten. Dazu gehören Meeresfrüchte, Fisch (insbesondere Seefisch wie Kabeljau und Schellfisch) und Algen. Außerdem solltest du Jodsalz (jodiertes Speisesalz) kaufen, da dieses ebenfalls eine wichtige Jodquelle ist. (Achtung: Wähle ein Salz ohne Rieselhilfen aus!) Darüber hinaus können einige Lebensmittel wie Milchprodukte und Eier auch eine gewisse Menge an Jod enthalten, abhängig von der Fütterung der Tiere und den Anbaumethoden.

Da besonders tierische Produkte jodreich sind, haben besonders Veganerinnen und auch Vegetarierinnen ein erhöhtes Risiko für einen Jodmangel. (3) Aufgrund dessen, dass die Versorgung mit Jod so wichtig für die Entwicklung des Babys ist, wird offiziell empfohlen zu einer jodreichen, ausgewogenen Ernährung zusätzlich ein Nahrungsergänzungsmittel mit Jod einzunehmen. Dadurch können Schwangere sicherstellen, dass sie und ihr Baby die notwendigen “Bausteine” für eine optimale Entwicklung erhalten. 


Wie viel Jod sollte mein Nahrungsergänzungsmittel enthalten?

Es sollten während der Schwangerschaft 100 -150 µg täglich in Form eines Nahrungsergänzungsmittels aufgenommen werden. (4) Wenn du unter einer Schilddrüsenerkrankung leidest, solltest du vorher über die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit deinem behandelnden Arzt sprechen. 


Ab wann brauche ich Jod in der Schwangerschaft?

Die Jodversorgung sollte bestenfalls bereits vor Beginn der Schwangerschaft sichergestellt werden, da ein ausreichender Jodspiegel bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft für die Entwicklung des Nervensystems des Fötus entscheidend ist. Die Versorgung mit ausreichend Jod kann über eine ausgewogene, jodreiche mischköstliche Ernährung gewährleistet werden. Spätestens mit der Feststellung der Schwangerschaft sollte jedoch ergänzend ein Nahrungsergänzungsmittel mit ausreichend Jod eingenommen werden. 


Was sind Symptome eines Jodmangels? 

Nimmt man über einen längeren Zeitraum zu wenig Jod auf, dann kann die Schilddrüse nicht mehr genügend Schilddrüsenhormone produzieren. Der Körper vergrößert dann die Schilddrüse, um den Mangel auszugleichen - ein Kropf entsteht. Andere klassische Symptome eines Jodmangels sind beispielsweise Müdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationsstörungen. 

Während der Schwangerschaft hat dein Fötus / Baby den gleichen Jodstatus wie du selbst. Daher ist es so wichtig, gut mit Jod versorgt zu sein. Wie oben erwähnt, können die Folgen eines Jodmangels für das ungeborene Kind gravierend sein: das Risiko für ein geringes Geburtsgewicht, Fehlbildungen, Fehl- und Totgeburten steigt. Außerdem kann die geistige Entwicklung stark beeinträchtigt werden; das Kind kann in schweren Fällen demnach mit einem geringeren, durchschnittlichen IQ auf die Welt kommen. (5) 


Wie kann ich einen Jodmangel testen?

Es gibt zwei Möglichkeiten, um einen Jodmangel zu testen. Entweder kann ein Jodmangel durch einen Urintest oder einen Bluttest festgestellt werden. Aussagekräftiger ist jedoch der Urintest. 


Jodmangel im Urin testen: 

Ein Jodmangel sollte anhand einer Urinuntersuchung erfolgen. Eine niedrige Jodkonzentration im Urin deutet auf einen Jodmangel hin, während eine hohe Konzentration auf eine ausreichende Jodversorgung hinweist. Bedenke jedoch, dass diese Methode nur eine kurzfristige Momentaufnahme des Jodstatus bietet und Schwankungen aufgrund einer kurz zurückliegenden, jodreichen Ernährung liegen kann.  


Jodmangel im Blut testen: 

Die Bestimmung der Jodkonzentration im Blut ist eine weitere Möglichkeit, einen Jodmangel festzustellen. Allerdings ist die Jodkonzentration im Blut weniger aussagekräftig als im Urin, da sie stark von der Schilddrüsenfunktion und anderen Faktoren beeinflusst wird. Dennoch kann sie als ergänzende Untersuchungsmethode verwendet werden.



Quellen: 

  1. Zimmermann M, Delange F. Iodine supplementation of pregnant women in Europe: a review and recommendations. Eur J Clin Nutr. 2004 Jul;58(7):979-84. doi: 10.1038/sj.ejcn.1601933. PMID: 15220938.

  2. Sebastiani G, Herranz Barbero A, Borrás-Novell C, Alsina Casanova M, Aldecoa-Bilbao V, Andreu-Fernández V, Pascual Tutusaus M, Ferrero Martínez S, Gómez Roig MD, García-Algar O. The Effects of Vegetarian and Vegan Diet during Pregnancy on the Health of Mothers and Offspring. Nutrients. 2019 Mar 6;11(3):557. doi: 10.3390/nu11030557. PMID: 30845641; PMCID: PMC6470702.

  3. Koletzko B, Cremer M, Flothkötter M, Graf C, Hauner H, Hellmers C, Kersting M, Krawinkel M, Przyrembel H, Röbl-Mathieu M, Schiffner U, Vetter K, Weißenborn A, Wöckel A. Ernährung und Lebensstil vor und während der Schwangerschaft – Handlungsempfehlungen des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben. Geburtsh Frauenheilk 2018; 78(12): 1262–1282. DOI: 10.1055/a-0713-1058

  4. Lee SY. Editorial: Consequences of Iodine Deficiency in Pregnancy. Front Endocrinol (Lausanne). 2021 Jul 28;12:740239. doi: 10.3389/fendo.2021.740239. PMID: 34394012; PMCID: PMC8355982.


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