Salami in der Schwangerschaft: Rohwurst, Pizza Salami und erlaubte Alternativen
Aktualisiert: 23. Okt.
Das Wichtigste zuerst: Klassische Salami ist in der Schwangerschaft nicht empfohlen, weil sie eine Rohwurst ist und nicht erhitzt wird. Sie kann Listerien und Toxoplasmose-Erreger enthalten. Erlaubt ist Salami, wenn sie durcherhitzt wurde, zum Beispiel gut durchgebacken auf der Pizza. Kochsalami ist keine Rohwurst und gilt als unbedenklich.
Hier erfährst du, warum das so ist, welche Wurst du essen kannst und was du tun solltest, wenn du aus Versehen Salami gegessen hast.
Gliederung:
Warum Salami in der Schwangerschaft tabu ist
Salami gehört zu den Rohwürsten: Sie wird aus rohem Fleisch hergestellt und durch Reifung, Trocknung und teils Räuchern haltbar gemacht, aber nicht erhitzt. Erreger, die im Fleisch stecken, werden dabei nicht zuverlässig abgetötet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Netzwerk Gesund ins Leben raten Schwangeren deshalb, auf Rohwürste wie Salami, Teewurst, Mettwurst und Cervelatwurst zu verzichten oder sie nur durcherhitzt zu essen.
Listerien und Toxoplasmose: Was ist der Unterschied?
Beide Infektionen verlaufen bei den meisten Erwachsenen harmlos, können in der Schwangerschaft aber auf das Kind übergehen und ihm schaden.
Listerien sind Bakterien. Sie können sich auch im Kühlschrank vermehren. Gegen eine Listeriose gibt es keinen Schutz durch eine frühere Infektion; die Vorsicht gilt also für alle Schwangeren.
Toxoplasma gondii ist ein Parasit, der in rohem Fleisch vorkommen kann. Das BfR richtet seine Empfehlung vor allem an Schwangere ohne Antikörper, also ohne frühere Infektion. Ob du Antikörper hast, kann deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt mit einem Bluttest feststellen.
Beide Erreger werden sicher abgetötet, wenn Lebensmittel im Inneren mindestens zwei Minuten lang über 70 °C heiß werden.
Pizza Salami in der Schwangerschaft: erlaubt?
Ja, wenn die Salami mitgebacken wird und richtig heiß ist. Auf einer frisch gebackenen Pizza ist sie in der Regel durcherhitzt. Nicht geeignet ist Salami, die erst nach dem Backen kalt auf die Pizza gelegt wird, oder eine dicke, nur lauwarm gewordene Schicht. Dasselbe gilt für Aufläufe oder Nudelgerichte: durcherhitzt ist in Ordnung.
Kochsalami, Geflügelsalami und geräucherte Salami
Sorte | Was steckt dahinter? | In der Schwangerschaft |
Klassische Salami | Rohwurst, nicht erhitzt | meiden oder durcherhitzen |
Geflügelsalami | meist ebenfalls Rohwurst | meiden oder durcherhitzen; Etikett prüfen |
Geräucherte Salami | Rohwurst; Räuchern ersetzt kein Erhitzen | meiden oder durcherhitzen |
Kochsalami | Brühwurst, bei der Herstellung erhitzt | gilt als unbedenklich |
Wenn du unsicher bist, ob eine Wurst roh oder gegart ist: Auf verpackter Ware steht die Bezeichnung „Rohwurst“ oder „Brühwurst“ meist im Zutatenfeld. An der Theke kannst du nachfragen.
Hilft Einfrieren?
Nein, Einfrieren ist kein sicherer Schutz. Laut BfR können Toxoplasmose-Erreger auch Gefriertemperaturen überstehen, und Listerien überleben das Einfrieren ebenfalls. Zuverlässig hilft nur Erhitzen.
Welche Wurst ist in der Schwangerschaft erlaubt, welche nicht?
Meiden oder nur durcherhitzt essen:
Rohwurst: Salami, Teewurst, Mettwurst, Cervelatwurst, Plockwurst, Landjäger
Rohe Pökelwaren: Rohschinken wie Parma-, Serrano- oder Schwarzwälder Schinken, Räucherspeck, Bündnerfleisch
Rohes Fleisch: Mett, Hackepeter, Tatar, Carpaccio
Gilt als unbedenklich, weil bei der Herstellung erhitzt:
Brühwurst: Kochsalami, Lyoner, Fleischwurst, Wiener, Mortadella
Gegarte Pökelwaren: Kochschinken
Auch für erhitzte Wurst gilt: gut gekühlt lagern und rasch verbrauchen. Einen Überblick über alle Lebensmittel, bei denen du in der Schwangerschaft vorsichtig sein solltest, findest du in meinem Artikel Welche Lebensmittel muss ich in der Schwangerschaft meiden?.
Aus Versehen Salami gegessen: Was jetzt?
Keine Panik. Das Risiko, sich durch eine einzelne Portion anzustecken, ist gering. Achte in den folgenden Wochen auf Beschwerden wie Fieber, Gliederschmerzen oder grippeähnliche Symptome, denn eine Listeriose kann auch erst Wochen später auftreten. Hast du solche Beschwerden, oder machst du dir Sorgen, sprich mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt. Dort kannst du auch fragen, ob dein Toxoplasmose-Status bekannt ist.
Fazit
Rohe Salami solltest du in der Schwangerschaft weglassen, egal ob aus Schwein, Rind oder Geflügel und auch geräuchert. Mitgebacken auf der Pizza oder in warmen Gerichten ist sie in Ordnung, ebenso Kochsalami und andere Brühwürste. Einfrieren schützt nicht, Erhitzen schon.
FAQ
Darf man Salami in der Schwangerschaft essen?
Rohe Salami nicht. Durcherhitzt, etwa auf der Pizza oder in warmen Gerichten, ist sie unbedenklich.
Ist Salami auf der Pizza in der Schwangerschaft erlaubt?
Ja, wenn sie mitgebacken wurde und heiß ist. Kalt nachträglich aufgelegte Salami ist nicht geeignet.
Darf ich Kochsalami essen?
Ja. Kochsalami ist eine Brühwurst und wird bei der Herstellung erhitzt.
Ich bin gegen Toxoplasmose immun. Darf ich dann Salami essen?
Der Schutz gilt nur für Toxoplasmose, nicht für Listerien. Die Empfehlung, rohe Wurst zu meiden, gilt deshalb trotzdem.
Quellen
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Toxoplasmose: Unterschätzte Gefahr. Presseinformation 02/2010.
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) / Netzwerk Gesund ins Leben. Listeriose und Toxoplasmose: Sicher essen in der Schwangerschaft. Bonn, 2017.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Rohwurst kann eine Infektionsquelle für Toxoplasmose sein. bfr.bund.de.
Autorenprofil

Katharina Kaiser
Ernährungswissenschaftlerin B.Sc. und zweifache Mama. Meine Mission ist es, Dir alles beizubringen, was Du über Ernährung in der Schwangerschaft, Stillzeit und mit Kinderwunsch wissen musst. Denn die richtige Ernährung kann in diesen Lebensphasen viel bewirken, und vieles davon ist gut erforscht. Dafür lese ich täglich nerdige Studien und übersetze mein Wissen in einfach verständliche Blog-Artikel und konkrete Tipps für Dich. Wir von Youna Life freuen uns darauf, Dich auf deiner Reise zum Mama-Sein begleiten zu können.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu deiner persönlichen Situation wende dich an deine Frauenärztin, deinen Frauenarzt oder deine Hebamme.



