Cola in der Schwangerschaft: Wie viel ist okay, Cola Zero und koffeinfreie Alternativen
Das Wichtigste zuerst: Cola in der Schwangerschaft ist nicht verboten. In einem Glas Coca-Cola (250 ml) sind rund 24 mg Koffein, in einer Dose (0,33 Liter) rund 32 mg. Wichtig ist die Grenze von höchstens 200 mg Koffein am Tag. Dabei zählt alles zusammen, also auch Kaffee, Tee und Schokolade. Cola Zero und Cola light haben genauso viel Koffein wie normale Cola, nur keinen Zucker.
Meine Empfehlung vorab: Cola ist erlaubt, sollte aber die Ausnahme bleiben. Hier liest du, wie viel Koffein in verschiedenen Colas steckt, wie viel Cola am Tag okay ist, was es mit Zucker und Süßstoff auf sich hat und was du stattdessen trinken kannst.
Gliederung:
Darf man in der Schwangerschaft Cola trinken?
Ja, in Maßen. In Cola steckt Koffein, und für Koffein gibt es in der Schwangerschaft eine klare Grenze. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sagt: Bis zu 200 mg Koffein am Tag sind unbedenklich für dein Baby [1]. Dabei zählt alles Koffein zusammen, egal aus welchem Getränk.
Schwangere sollten höchstens 200 mg Koffein pro Tag aufnehmen.
Die 200 mg sind eine Obergrenze, kein Ziel. Große Studien zeigen: Wer weniger Koffein zu sich nimmt, bekommt im Schnitt etwas schwerere Babys. Eine Menge, bei der Koffein ganz sicher keine Rolle spielt, wurde nicht gefunden [2]. Weniger ist also besser. Wenn du mal ein Glas Cola getrunken hast, musst du dir aber keine Sorgen machen. Mehr dazu liest du in unserem Artikel Kaffee in der Schwangerschaft.
Wie viel Koffein steckt in Cola?
Die meisten bekannten Colas haben rund 10 mg Koffein pro 100 ml. Manche Craft-Colas haben deutlich mehr:
Getränk | Menge | Koffein (ca.) |
Coca-Cola | 100 ml | 9,6 mg |
Coca-Cola Zero | 100 ml | 9,6 mg |
Coca-Cola light | 100 ml | 9,6 mg |
Coca-Cola Zero koffeinfrei | 100 ml | 0 mg |
fritz-kola | 100 ml | 25 mg |
Zum Vergleich: Filterkaffee | 1 Tasse (200 ml) | 90 mg |
Quellen: Angaben der Hersteller [3, 4, 10]; Filterkaffee nach EUFIC [6]. Die Werte können sich je nach Rezept und Land unterscheiden. Ein Blick aufs Etikett lohnt sich.
Eine Dose Coca-Cola, Cola Zero oder Cola light (0,33 Liter) hat also rund 32 mg Koffein, eine Flasche (0,5 Liter) rund 48 mg. Bei Craft-Colas ist es viel mehr: Eine kleine Flasche fritz-kola (0,33 Liter) hat rund 83 mg Koffein. Das ist fast so viel wie eine Tasse Kaffee.
Eine 0,33-Liter-Dose Coca-Cola enthält rund 32 mg Koffein.
Tipp: Schau aufs Etikett. Steht dort „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“, hat das Getränk mehr als 150 mg Koffein pro Liter. Dieser Hinweis ist in der EU Pflicht [5]. Du findest ihn zum Beispiel auf Energydrinks und auf Colas mit viel Koffein. Ein Glas davon schadet nicht automatisch, aber hier solltest du besonders genau mitrechnen.
Wie viel Cola am Tag ist in der Schwangerschaft okay?
Rein rechnerisch bräuchtest du rund 2 Liter Coca-Cola, um auf 200 mg Koffein zu kommen. Das gilt aber nur, wenn du sonst gar kein Koffein zu dir nimmst. Meistens kommt Koffein aus mehreren Getränken. So kannst du rechnen: Ein Filterkaffee am Morgen (90 mg) und ein halber Liter Cola über den Tag (48 mg) ergeben 138 mg. Trinkst du noch eine zweite Tasse Kaffee, bist du bei 228 mg, also über der Grenze.
Vom Koffein her wären ein bis zwei Gläser Cola am Tag (250 bis 500 ml, rund 24 bis 48 mg Koffein) drin, wenn du Kaffee und Tee mitrechnest. Wegen des Zuckers rate ich dir aber, Cola nicht täglich zu trinken.
Auch grüner und schwarzer Tee, Matcha, Mate, Kakao und Schokolade haben Koffein und zählen mit. Bei normaler Cola ist aber meistens nicht das Koffein das Problem, sondern der Zucker.
Zucker in Cola: das eigentliche Thema
In Cola mit Zucker stecken rund 10 g Zucker pro 100 ml, in fritz-kola zum Beispiel 10,5 g [4]. Eine Dose (0,33 Liter) hat damit rund 35 g Zucker, ein halber Liter rund 50 g.
Zum Vergleich: Fachleute der deutschen Gesellschaften für Ernährung, Diabetes und Adipositas (DGE, DDG und DAG) empfehlen höchstens etwa 50 g Zucker am Tag, wenn du rund 2.000 kcal brauchst [7]. Gemeint ist zugesetzter Zucker, also nicht der Zucker, der ganz natürlich in Obst oder Milch steckt.
Eine 0,5-Liter-Flasche zuckerhaltige Cola enthält rund 50 g Zucker und damit etwa die gesamte empfohlene Tageshöchstmenge an freiem Zucker.
Dazu kommt: Süße Getränke machen kaum satt, und der Zucker geht schnell ins Blut. Meine Empfehlung: Lass Cola mit Zucker die Ausnahme sein und nicht dein Getränk für jeden Tag. Ein Glas zwischendurch schadet deinem Baby nicht, aber es bringt dir auch nichts außer Zucker und Koffein.
Cola Zero und Cola light: Sind Süßstoffe in der Schwangerschaft erlaubt?
Cola Zero und Cola light haben keinen Zucker. Sie sind mit Süßstoffen gesüßt, meistens mit Aspartam, oft zusammen mit Acesulfam-K. Wichtig: Am Koffein ändert das nichts. Cola Zero und Cola light haben genauso viel Koffein wie normale Cola [3].
Diese Süßstoffe sind in der EU erlaubt. Die EFSA hat Aspartam 2013 noch einmal gründlich geprüft. Ihr Ergebnis: Bis zu 40 mg Aspartam pro Kilogramm Körpergewicht am Tag sind sicher, auch für Schwangere und ihr Baby [8]. Mit normalen Mengen Cola Zero kommst du da nicht hin.
Es gibt eine Ausnahme: die angeborene Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU). In Aspartam steckt der Eiweißbaustein Phenylalanin. Deshalb steht auf solchen Getränken „enthält eine Phenylalaninquelle“. Frauen mit PKU sollten Aspartam meiden.
Vielleicht hast du gelesen, dass Aspartam „möglicherweise krebserregend“ sein soll. Das hat die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) 2023 so eingestuft. Gleichzeitig hat ein Fachgremium von WHO und FAO (JECFA) aber bestätigt, dass die Grenze von 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht weiter gilt [9].
Nach heutigem Wissen ist ein Glas Cola Zero oder Cola light ab und zu in der Schwangerschaft unbedenklich. Rechne das Koffein mit. Ein Ersatz für Wasser ist Cola Zero aber nicht. Dein bester Durstlöscher bleibt Wasser.
Cola bei Schwangerschaftsdiabetes
Wenn du Schwangerschaftsdiabetes hast, lass Cola mit Zucker lieber weg. Der Zucker darin geht sehr schnell ins Blut, und dein Blutzucker steigt rasch an. Die Leitlinie zum Schwangerschaftsdiabetes rät deshalb, auf zuckerhaltige Getränke zu verzichten [11].
Cola Zero und Cola light haben keine Kohlenhydrate. Sie lassen deinen Blutzucker deshalb nicht direkt ansteigen. Auch hier gilt: Das Koffein zählt mit.
Was du bei Schwangerschaftsdiabetes sonst essen und trinken kannst, liest du in unserem Artikel Schwangerschaftsdiabetes – Was jetzt wirklich wichtig ist und im Ernährungsplan bei Schwangerschaftsdiabetes.
Cola in der Stillzeit
Auch beim Stillen gelten laut EFSA bis zu 200 mg Koffein am Tag als unbedenklich für dein Baby [1]. Ein kleiner Teil des Koffeins geht in die Muttermilch. Vom Koffein her ist ein Glas Cola also auch beim Stillen kein Problem, wenn du das übrige Koffein mitrechnest. Als tägliches Getränk empfehle ich Cola wegen des Zuckers aber auch in der Stillzeit nicht. Mehr dazu liest du in unserem Artikel Stillen und Kaffee.
Was kannst du statt Cola trinken?
Koffeinfreie Cola: zum Beispiel Coca-Cola Zero koffeinfrei. Sie hat keinen Zucker und kein Koffein, ist aber mit Süßstoff gesüßt [10].
Wasser mit Geschmack: Mineralwasser mit Zitrone, Limette, Gurke, Minze oder Beeren. Ideen findest du in unseren Tipps für Flavoured Water.
Saftschorle: ein Teil Saft und drei Teile Wasser. Bei Schwangerschaftsdiabetes lieber Wasser, denn auch Saft hat viel Zucker.
Früchte- oder Kräutertee ohne Zucker, warm oder kalt. Aber nicht jede Heilpflanze ist in der Schwangerschaft unbedenklich. Mehr dazu in 7 Tees, die dir während der Schwangerschaft helfen.
Achtung: Schwarzer und grüner Tee, Matcha und Mate haben Koffein. Sie zählen zu deiner Tagesmenge.
Fazit
Cola ist in der Schwangerschaft nicht verboten, aber auch nicht empfehlenswert. Vom Koffein her wären ein bis zwei Gläser am Tag drin, wenn du Kaffee, Tee und Schokolade mitrechnest. Vorsicht bei Craft-Colas wie fritz-kola: Eine Flasche hat fast so viel Koffein wie eine Tasse Kaffee. Das größere Problem bei normaler Cola ist der Zucker: Eine Dose hat rund 35 g. Meine Empfehlung: Cola nur als Ausnahme. Für jeden Tag sind Wasser, Wasser mit Frucht, Saftschorle oder Tee ohne Zucker die bessere Wahl.
Häufige Fragen zu Cola in der Schwangerschaft
Darf man in der Schwangerschaft Cola trinken?
Ja, Cola ist nicht verboten. Wichtig ist, dass du insgesamt höchstens 200 mg Koffein am Tag zu dir nimmst. Ein Glas Coca-Cola (250 ml) hat rund 24 mg Koffein. Wegen des Zuckers sollte Cola aber die Ausnahme bleiben.
Wie viel Cola darf ich in der Schwangerschaft trinken?
Vom Koffein her wären ein bis zwei Gläser am Tag (250 bis 500 ml) drin, wenn du Kaffee und Tee mitrechnest. Wegen des Zuckers ist es aber besser, Cola nur ab und zu zu trinken und sonst zu Wasser oder Tee zu greifen.
Hat Cola Zero weniger Koffein als normale Cola?
Nein. Coca-Cola Zero und Coca-Cola light haben laut Hersteller genauso viel Koffein wie normale Coca-Cola, rund 9,6 mg pro 100 ml. Ohne Koffein ist nur Coca-Cola Zero koffeinfrei.
Ist Cola light in der Schwangerschaft schädlich?
Nach heutigem Wissen nicht, wenn du normale Mengen trinkst. Die Süßstoffe darin sind in der EU erlaubt, und die EFSA hält Aspartam auch für Schwangere für sicher. Ausnahme: Frauen mit der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie sollten Aspartam meiden. Ein Ersatz für Wasser ist Cola light aber nicht.
Darf ich bei Schwangerschaftsdiabetes Cola trinken?
Cola mit Zucker lässt du bei Schwangerschaftsdiabetes besser weg, weil sie den Blutzucker schnell ansteigen lässt. Cola Zero hat keine Kohlenhydrate. Das Koffein zählt aber zu deiner Tagesmenge.
Darf ich in der Stillzeit Cola trinken?
Ja, gelegentlich. Auch beim Stillen gelten bis zu 200 mg Koffein am Tag als unbedenklich für dein Baby. Wegen des Zuckers sollte Cola aber auch in der Stillzeit die Ausnahme bleiben.
Quellen
EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific Opinion on the safety of caffeine. EFSA Journal. 2015;13(5):4102.
Sengpiel V, et al. Maternal caffeine intake during pregnancy is associated with birth weight but not with gestational length: results from a large prospective observational cohort study. BMC Med. 2013;11:42.
Coca-Cola Deutschland, Angabe zum Koffeingehalt von Coca-Cola light und Coca-Cola Zero (9,6 mg pro 100 ml), zitiert nach heidelberg24.de, 19.03.2025; The Coca-Cola Company, FAQ zum Koffeingehalt von Coca-Cola (24 mg pro 250 ml).
fritz-kola, Produktangaben (25 mg Koffein und 10,5 g Zucker pro 100 ml), rewe.de; Stiftung Warentest, Cola-Test, test 06/2016 (fritz-kola: 25,3 mg Koffein pro 100 ml).
Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel (LMIV), Anhang III Nr. 4.1.
EUFIC. Is caffeine good or bad for pregnancy and breastfeeding? eufic.org
Deutsche Adipositas-Gesellschaft, Deutsche Diabetes Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland. Konsensuspapier, 2018.
EFSA Panel on Food Additives and Nutrient Sources added to Food (ANS). Scientific Opinion on the re-evaluation of aspartame (E 951) as a food additive. EFSA Journal. 2013;11(12):3496.
WHO, IARC, JECFA. Aspartame hazard and risk assessment results released. Pressemitteilung, 14.07.2023.
Coca-Cola Zero koffeinfrei, Produktangaben, rewe.de.
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge. AWMF-Registernummer 057-008.
Autorenprofil

Katharina Kaiser
Ernährungswissenschaftlerin B.Sc. und zweifache Mama. Meine Mission ist es, Dir alles beizubringen, was Du über Ernährung in der Schwangerschaft, Stillzeit und mit Kinderwunsch wissen musst. Denn die richtige Ernährung kann in diesen Lebensphasen viel bewirken, und vieles davon ist gut erforscht. Dafür lese ich täglich nerdige Studien und übersetze mein Wissen in einfach verständliche Blog-Artikel und konkrete Tipps für Dich. Wir von Youna Life freuen uns darauf, Dich auf deiner Reise zum Mama-Sein begleiten zu können.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu deiner persönlichen Situation wende dich an deine Frauenärztin, deinen Frauenarzt oder deine Hebamme.




